Dankbar nicht perfekt zu sein

Dankbar nicht perfekt zu sein

Am 14. Oktober 1969 erblickte ich im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf das Licht der Welt. In den ersten sechs Jahren meines Lebens erlebte ich eine Kindheit, wie sie schöner nicht hätte sein können. Wir, meine Eltern und meine beiden älteren Geschwister, lebten in einem kleinen Haus in Hamburg-Niendorf. Zugegeben in der Einflugschneise des Flughafens, aber vielleicht habe ich daher die Affinität zum Fliegen.

Von meinem sechsten bis zehnten Lebensjahr ging ich auf die Grundschule. Hier entdecke ich unter anderem meine Begeisterung für den Sport. Die Note 1 in Sport zog sich durch meine gesamte schulische Laufbahn. Ich war schon immer begeistert davon, Dinge auszuprobieren. Wie wahrscheinlich die meisten Jungen in meinem Alter wollte ich Feuerwehrmann, Polizist oder auch Busfahrer werden. Einmal hatte ich mir in den Kopf gesetzt, einen Bus zum Spielen zu bauen, den wir hinter dem Fahrrad herziehen würden. Zusammen mit meinem Bruder werkelte ich los. Nach einem Tag war der „Bus“ nur halb fertig, aber bereits so schwer, dass es unmöglich gewesen wäre, diesen überhaupt zu bewegen. Mein Bruder und ich sahen uns an und fingen an zu lachen. Am nächsten Tag zerlegten wir das Gefährt wieder in seine Einzelteile.

Mit zehn Jahren kam ich aufs Gymnasium Dörpsweg in Hamburg-Eidelstedt. Das Tempo und der Druck des Lernens machten mir sichtbar zu schaffen. Was mich jedoch faszinierte: Das Gymnasium war bekannt für seine erfolgreichen Basketballmannschaften. Genau mein Ding, dachte ich. Somit trat ich in den Eidelstedter Sportverein ein und der Sport dominierte fortan mein Leben. Auch hier hatte ich schnell das Gefühl, da geht noch was.

Neben dem Training in meiner eigenen Mannschaft trainierte ich später noch bei einer Herrenmannschaft, coachte eine Jugendmannschaft und absolvierte meine Schiedsrichterprüfung. In dieser Zeit gab es keinen Tag, an dem Basketball in meinem Leben keine Rolle gespielt hätte. Mittlerweile waren wir in ein schönes neues Reihenendhaus nach Hamburg-Schnelsen gezogen. Es war ein Herzenswunsch meines Vaters, das Haus während des Baus zu begleiten. Wir hatten viel Platz, und jeder bekam ein eigenes Zimmer.

Mein Vater war immer ein großes Vorbild für mich. Ein Macher, der sichtbar viel erreichte. Als Geschäftsführer eines Unternehmens hat er viel gearbeitet. Er wollte uns viele unserer Wünsche erfüllen. Ich war gerade auf das Gymnasium gekommen, als mein Vater in der Firma unerwartet umkippte. Die Diagnose war vernichtend: Krebs.

Aber kann man als Zehnjähriger wirklich schon verstehen, was das bedeutet? Ich sollte es in den kommenden zwei Jahren am eigenen Leib spüren. Plötzlich bestand mein junges Leben aus drei Aufgaben: Schule, meinen Vater im Krankenhaus besuchen und Basketball. Diese Belastung ging nicht spurlos an mir vorüber. Meine Leistungen und Noten auf dem Gymnasium wurden immer schlechter.

Dann kam der 15. Januar 1981. Es war ungewöhnlich, dass die ganze Familie an diesem Abend zu Hause war – bis auf meinen Vater, der ja im Krankenhaus lag. Wir sahen fern. Es war kurz vor 22 Uhr, als wir den Fernseher ausschalteten und schlafen gehen wollten. Gerade als wir an dem Sekretär vorbeigingen, auf dem das Telefon stand, klingelte es. Ein Moment, wie ich ihn noch nie in meinem Leben erlebt hatte. Es klingelte, und wir sahen uns sekundenlang, gefühlt minutenlang an. Wir fühlten sofort, was geschehen war. Meine Mutter nahm den Telefonhörer ab, sah wie versteinert zu uns Kindern und nickte dann mit dem Kopf. Wenige Sekunden später liefen ihr die Tränen übers Gesicht. Mein Vater war gestorben.

Diesen Augenblick werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Nach zwei Jahren hatte er den Kampf ums Überleben verloren. Das Leben ist doch kein Kampf, darf kein Kampf sein. Am Ende wog er gerade mal noch 45 Kilo. Es war aber auch eine Erlösung für uns alle, vor allem für meinen Vater. Von diesem Zeitpunkt an änderte sich mein ganzes Leben.

Jeder von uns ging anders mit der Trauer um. Meine Mutter stand vor der Aufgabe, nachdem sie lange Hausfrau und Mutter gewesen war, nun das Fortbestehen der Familie zu sichern. Das war nicht einfach, da sie nur wenig in die finanziellen Dinge involviert gewesen war. Dazu lag eine hohe Hypothek auf dem Haus. Plötzlich gab es nicht mehr die sorglose Familie, sondern es begann der nächste Kampf – der Überlebenskampf. Zu diesem Zeitpunkt war ich 12, mein Bruder 15 und meine Schwester 19 Jahre alt, meine Mutter war am Boden zerstört und am Ende ihrer Kräfte.

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht verstehen, dass mein Unterbewusstsein die Rolle meines Vaters einnehmen sollte. Von nun an ging jeder seinen Weg, so gut er konnte. Für mich bedeutete dies, schneller erwachsen zu werden als Gleichaltrige. Dies war später nicht immer nur von Vorteil, aber ich war ihnen sehr weit voraus. Ich habe mich selbstständig mit Bus und Bahn fortbewegt, als Freunde noch nicht einmal wussten, wie sie überhaupt eine Fahrkarte lösen konnten.

Weil ich nach dem Tod meines Vaters wochenlang nicht in der Schule gewesen war, nahm meine Mutter mich vom Gymnasium und meldete mich auf einer Realschule an. Langsam bekam ich wieder Luft zum Atmen und erstickte meinen Schmerz im Sport. Meine Mutter nahm einen Job bei einer Gebäudereinigungsfirma an und reinigte fortan in den frühen Morgen- und späten Abendstunden Büros. Ich begleitete sie, so oft ich konnte, um ihr zu helfen. Soweit man als Kind wirklich helfen kann. Meine Mutter hatte nie einen Führerschein gemacht, wodurch die An- und Abfahrten immer sehr beschwerlich waren.

In der Realschule fing ich mich wieder und schloss diese mit der Gesamtnote 1,7 ab. In mir spürte ich mehr und mehr den Kämpfer, wie es mein Vater für mich gewesen war. Den Unterschied zwischen Kämpfer und Macher verstand ich erst viele Jahre später. Ich nahm mir vor, im Anschluss mein Fachabitur auf einer Höheren Handelsschule mit einer guten Note zu bestehen.

Mein nächstes Ziel hatte ich bereits fest vor Augen: Mit 18 den Führerschein besitzen und ein eigenes Auto haben. Den Führerschein schaffte ich bereits vor meinem 18. Geburtstag, das Auto hatte ich mit 19. Wo ich vor Jahren noch die Unterstützung meiner Eltern erfahren hätte, war mir klar, dass ich nun selbst aktiv werden musste. Auch, um meine Mutter weiterhin bei den finanziellen Belastungen zu unterstützen. Somit war mir auch klar, dass ich auf ein Studium verzichten und durch eine Berufsausbildung das erste Geld verdienen würde.

Leichter gesagt als getan, denn auch damals war es nicht einfach, einen Ausbildungsplatz zu finden. Schon gar nicht den, den ich unbedingt haben wollte. Für mich gab es nur ein Ziel: Ich wollte Werbekaufmann werden. Fasziniert von der mir bis dahin bekannten Werbewelt sollte ich Jahre später erfahren, wie menschlich krank diese Branche ist. Themen wie Wertschätzung sind leider eher oberflächliche Augenwischerei. Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel, aber dazu später mehr.

Insgesamt dauerte es zwei Jahre, bis ich einen Ausbildungsplatz zum Werbekaufmann bekam. Es war klar, dass ich die Zeit bis zum Beginn nicht mit Nichtstun verstreichen lassen konnte. Ein anderer Beruf kam für mich nicht in Frage, so sehr war ich fokussiert auf den Beruf des Werbekaufmanns. Also ging ich los und suchte mir zur Überbrückung einen Job. Ich fand ihn beim Network Courier Service, einer späteren Tochter von DHL. Dort packte ich am Abend für den Overnight-Versand die einzelnen Sendungen der Kunden, nach Städten sortiert, in ein großes Paket, das dann seine Reise mit der Bahn zu den Kurierpartnern in ganz Deutschland antrat. Auch hier legte ich ein übersteigertes Engagement an den Tag, was meinem Chef nicht verborgen blieb.

Als Aushilfe wurde ich nach Stunden bezahlt, und so verdiente ich mein erstes Geld. Und es war nicht wenig. Nach nur einem halben Jahr verließ der Leiter des innerdeutschen Versands das Unternehmen von jetzt auf gleich. Um den Supergau zu verhindern, handelte die Geschäftsführung und machte mich zum Leiter des innerdeutschen Versands. Denn keiner kannte die Abläufe und die Kunden besser als ich. Von der Aushilfe in eine Führungsposition, mit rund 200 Kurierfahrern unter mir und einem attraktiven Gehalt. Was für ein Start ins Berufsleben!

Meine Leidenschaft Basketball kam vollständig zum Erliegen. In dieser Zeit gründete ich auch mein erstes eigenes Unternehmen. Es kam immer wieder vor, dass Kunden noch Sendungen zu verschicken hatten, die Züge aber bereits abgefahren waren. Somit gründete ich den Overnight Direkt Service. Ich setzte mich persönlich ins Auto und fuhr die Sendungen an die Empfänger in ganz Deutschland aus. Einer meiner ersten Kunden war das SAT1 Frühstücksfernsehen, das damals teilweise noch in Hamburg produziert und über Berlin ausgestrahlt wurde.

Jedes Mal, wenn es Leitungsprobleme gab, mussten die Sendekopien bis zum Start am Morgen in Berlin sein. Heute kann ich nicht mehr sagen, wie ich es geschafft habe, in einer Nacht nach Frankfurt und zurückzufahren und am nächsten Morgen wieder am Schreibtisch zu sitzen. Ganz abgesehen von den Verkehrsregeln, die ich gebrochen habe. Aber durch seine Aufgaben wächst man im Leben über sich selbst hinaus.

Dann kam der Zeitpunkt, meine Ausbildung zum Werbekaufmann zu beginnen. Eine von vielen wichtigen Entscheidungen in meinem Leben. Sollte ich wirklich diesen Rückschritt machen, von einem guten Gehalt auf rund 600 DM monatlich? Von der Führungskraft zum Auszubildenden? Meine eigene Firma wieder schließen? Ich tat es, weil man ja in Deutschland eine Ausbildung braucht, wie mir von allen Seiten suggeriert wurde. Auch hier brach mein Ehrgeiz durch, und ich verkürzte die Ausbildung von drei auf zwei Jahre. In der Berufsschule und auch im Umgang mit meiner Person war ich oft nicht nur unterfordert, sondern ich langweilte mich auch.

Nun war ich ausgebildeter Werbekaufmann und ich scharrte mit den Hufen, um in die große Werbewelt einzutauchen. Ich bekam sofort im Anschluss einen Job als Produktioner in einer Werbeagentur. Ein Produktioner ist für die Umsetzung der Ideen von Kreativen und Textern zum Endprodukt verantwortlich. Also immer das letzte Glied in der Kette und der „Agenturarsch“ mit dem höchsten Druck. In den kommenden Jahren sollte ich schmerzhaft lernen, wie groß der Unterschied zwischen Schein und Sein ist.

Schnell machte ich mir in der Branche einen Namen, da ich immer gut im Netzwerken war. So wurde ich abgeworben und ging von Agentur zu Agentur. In mir stieg eine ungewohnte Unruhe auf. Ich war wie getrieben, fand es toll, bis nachts um drei Uhr in der Agentur zu sitzen und übersah, wie sich meine damaligen Freunde von mir entfernten. Immer öfter litt ich unter meinem übersteigerten Perfektionismus und es fiel mir schwer, mich Vorgesetzten unterzuordnen. Das galt besonders, da ich bereits zu diesem Zeitpunkt einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte. Was andere nicht aussprachen, sprach ich aus und bekam dafür die Quittung und manchmal die Kündigung.

Es war der 15. Januar 1991. Der zehnte Todestag meines Vaters. Etwas passierte in und mit mir, und ich konnte es nicht kontrollieren. Ich meldete mich an diesem Tag krank und fuhr wie in Trance an das Grab meines Vaters. Dieses Gefühl hatte ich schon einmal erlebt damals, als das Telefon klingelte und wir informiert wurden, dass er soeben verstorben war. Mir wurde flau im Magen, ich hatte einen Kloß im Hals, und als ich an seinem Grab ankam, brach ich unter Tränen zusammen. Ich kann heute nicht mehr sagen, wie lange ich so vor seinem Grab kniete und nicht aufhören konnte zu weinen. Aber es muss lange gewesen sein.

Exakt an seinem Todestag, zehn Jahre nach seinem Tod, kam alles aus mir heraus. Mir wurde klar, warum ich bei jeder Krankenhausszene im Fernsehen in Tränen ausbrach. Meine Trauer verwandelte sich in Wut. Wut auf meinen Vater, der all die Jahre nicht für mich dagewesen war. Wut, weil ich so viele Dinge schmerzvoll erfahren musste und er mich nicht davor geschützt hatte. Und ich lernte die erste wichtige Lektion meines Lebens: zu vergeben!

Nach diesem Vorfall war ich nie wieder an seinem Grab, weil ich nur noch einen wundervollen Menschen in meinem Herzen haben wollte. Mein Vorbild. Aber es sollte erst der Beginn einer weiteren schmerzvollen Zeit sein, wie ich später erkannte. Heute würde man sagen, ich hatte einen Erschöpfungszustand oder besser einen Burnout. Am nächsten Tag kündigte ich meinen Job, ohne zu wissen, wie es weitergehen sollte. Ich saß stundenlang regungslos an der Hamburger Außenalster und starrte auf das Wasser. Mein Kopf war einfach nur leer. Mein Trieb, perfekt zu sein, hatte mich an den Rand meiner Kräfte geführt. Heute weiß ich: Ich wollte nur meinem Vater beweisen, wie stark ich bin und eines von ihm bekommen – Lob. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das dritte magische Erlebnis in meinem Leben. Es gibt die schöne und wahre Weisheit:

„Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.”

Genau so geschah es mir. Ich saß an der Alster, als mein Telefon klingelte. Ich hatte bereits ein Handy, was von meinen Vorgesetzten gar nicht gerne gesehen wurde, weil es nach ihren Vorstellungen nur ihnen vorbehalten sein sollte. Ich ging ran, und es war der Seniorchef der Agentur, in der ich gekündigt hatte. Er lud mich zu sich nach Hause ein. So viel Güte und Menschlichkeit hatte ich die letzten zehn Jahre nicht erlebt. Ich erzählte ihm meine Geschichte und bekam Verständnis, Anerkennung und Wertschätzung für mich und meine Situation. Und ich bekam noch mehr. Aus diesem Treffen entwickelte sich der erste Mentor meines Lebens. Was ich diesem Mann zu verdanken habe, würde den Platz in diesem Buch sprengen. Er war für mich nicht nur Mentor, Sparringspartner und Motivator, sondern auch ein Stück Vater, den ich so viele Jahre so schmerzlich vermisst hatte. Leider ist auch er inzwischen von uns gegangen, aber seine Worte trage ich in meinem Herzen bei mir:

„Wenn keiner an dich glaubt, glaube du doppelt an dich. Steh auf, komm ins Handeln und sage: Jetzt erst recht!”

Danke Peter, du hast mich zurück ins Leben geholt. Denn das Leben musste weitergehen, und ich sah in der W&V, einer Fachzeitung für die Werbebranche, eine Stellenanzeige: Gesucht wird ein European Business Manager in einer deutschsprachigen Werbeagentur in Palma de Mallorca.

Warum hatte ich diese Stellenanzeige gelesen? Zufall? Nein, mit meiner heutigen Erfahrung als Mentor und den Erkenntnissen der Hirnforschung weiß ich, dass es keinen Zufall gibt. Ich bewarb mich. 14 Tage später war ich zum Vorstellungsgespräch auf Mallorca. Weitere drei Wochen später zog ich nach Spanien. Es war ein komisches Gefühl, Deutschland mit einem One-Way-Ticket zu verlassen und von der einzigen Freundin verabschiedet zu werden, die mir noch geblieben war.

Der Hauptkunde der Agentur war ein deutsches Pharmaunternehmen, dessen Expansion in die Niederlande, nach England und nach Brasilien vorzubereiten war. Dies war also nun meine neue Herausforderung. Die ersten vier Wochen auf Mallorca waren für mich die Hölle auf Erden. Obwohl ich sehr nett in der Agentur empfangen wurde und schnell Anschluss bei den Kollegen fand, wohnte ich die ersten Wochen in einer billigen Absteige. Da war ich nun mit zwei Koffern und einem Umzugskarton. Mein ganzes Leben war darin. Und ich fragte mich mehr als einmal, ob dies die richtige Entscheidung gewesen war. Da fiel mir wieder der Satz ein, den mein Mentor mir mit auf den Weg gegeben hatte:

“Fehler zu machen ist situationsbedingt und gehört zum Leben dazu. Es gilt, immer einmal mehr aufzustehen, als man hingefallen ist.“

Also sagte ich mir: „Hey, du lebst jetzt auf Mallorca. Sonne satt, warme Temperaturen und das Mittelmeer vor der Tür. Was willst du mehr?“ Damals herrschten auch im Winter sehr angenehme milde Temperaturen. Ich hatte angefangen, anders zu denken, positiv zu denken. Und mein Leben begann sich zu verbessern. Ich fand eine Wohnung und genoss es, am Morgen mit Inlineskates oder dem Fahrrad in die Agentur zu fahren. Am Wochenende lag ich am Strand oder grillte mit den Kollegen, die zu Freunden wurden. Ich muss gestehen, dass wir überwiegend unter uns blieben, es war nicht leicht, bei Mallorquinern Anschluss zu finden. Dies sollte später noch eine wichtige Rolle spielen.

Nach einiger Zeit entschloss sich das Pharmaunternehmen, vorerst nicht wie geplant zu expandieren. Da nun meine Position in der Agentur überflüssig wurde, bot man mir ein eigenes Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter an. Es war ein ganz neuer und spannender Bereich in der Produktentwicklung. Ich zog aus meiner Wohnung aus und in eine größere in einem exklusiven Villengebiet am Rande von Palma. Fortan begann mein Tag damit, bei strahlendem Sonnenschein und einem guten Kaffee von meinem Balkon aufs Mittelmeer zu schauen und die morgendliche Fähre von Barcelona nach Palma willkommen zu heißen.

Eine ganz neue Welt eröffnete sich mir, in der ich viel reisen durfte und mit interessanten Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt kam. Ich kam meiner Begabung, etwas von null bis zur Marktreife zu entwickeln, sehr nah. In dieser Zeit durfte ich eine der ersten Aloe Vera-Kosmetiklinien entwickeln, die es auf dem Markt gab. Diese Arbeit führte mich bis nach Brasilien zu Aloe Vera-Plantagen. Besonders die Zusammenarbeit mit Universitäten in Deutschland hat mir viel Freude bereitet.

In dieser Zeit wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie stark die Außenwirkung Menschen beeinflusst. In der Regel bin ich am Sonntagabend nach Deutschland geflogen und habe stets in exklusiven Hotels gewohnt. Mit dem entsprechenden Mietwagen ging es dann bis Donnerstagabend von Termin zu Termin durch ganz Deutschland.

Immer wenn ich meine Visitenkarte überreichte, auf der als Anschrift Palma de Mallorca stand, lächelten meine Gesprächspartner und hatten sofort eine Geschichte zu Mallorca zu erzählen. Ich gebe zu, diese Harmonie habe ich wirklich sehr genossen und dies nur, weil auf der Visitenkarte Palma de Mallorca stand. Insgesamt verbrachte ich fast sechs Jahre auf der Sonneninsel.

Zum Ende meines Aufenthaltes ergab es sich, dass fast alle meine Kollegen und Freunde die Insel aus unterschiedlichen Gründen wieder verließen. Hier wurde mir auch klar, dass ich bisher zu Einheimischen fast gar keinen Kontakt hatte aufbauen können. In mir kam langsam die Angst auf, als Letzter auf der Insel zu bleiben – und somit ein Gefühl des Alleinseins.

Aber statt mich zu lähmen inspirierte mich diese Situation nachzudenken, was ich in meinem Leben ändern könnte. Ich fing an zu notieren, was ich bereits besitze. So wie ich es von meinem Mentor gelernt hatte. Dann dachte ich darüber nach, was mir fehlte, um meinen Wünschen und Begabungen noch näherzukommen. Ich wollte etwas mit Menschen machen und durch meine Tätigkeit Freude verbreiten.

Es kam der Tag, an dem ich die letzte gute Freundin mit dem Auto zurück nach Deutschland begleitete und dann wieder nach Mallorca flog. An diesem Tag setze ich mich zum Sundowner an meinen Lieblingsplatz und schaute diesem emotionalen Schauspiel zu. Im Gepäck eine gute Flasche Rotwein, Manchegokäse, Oliven, Chorizowurst und Baguette. Und dann kam mir die Idee, die der Beginn meines heutigen Schaffens war.

Ich gründete eine VIP-Gäste-Betreuung für wohlhabende Mallorca-Urlauber. Ich war Ansprechpartner für einfach alles, von der Unterkunft über den Transfer, Tagesausflüge, Geheimtipps für Restaurants bis zum Yachtcharter oder Heli-Shopping auf Ibiza. Es gab keinen Wunsch meiner betuchten Kunden, den ich nicht erfüllen konnte. Die besondere Erfüllung durch diesen Job lag darin, dass ich nicht nur sehr gutes Geld verdient habe, sondern dass es nicht dieses Gefühl von Dienstleister und Kunde gab. Wenn die Kunden eine Yacht über mich buchten, dann war ich mit dabei. Ich organisierte das Catering, beschäftigte die Kinder und durfte den Abend mit viel Lob für den gelungenen Tag zusammen mit meinen Kunden in teuren Restaurants ausklingen lassen. In dieser Zeit fühlte ich mich rundherum wohl. Dachte ich.

Es sollte sich nach einiger Zeit herausstellen, dass ich noch nicht am Ende meiner Reise angekommen war. Ich liebte diesen Job und das Leben als erfolgreicher Unternehmer. Da ich, wie ich heute weiß, aber nur hörte und sah, was ich sehen und hören wollte, wurde mir erst nach einiger Zeit etwas klar: Egal, wie lange ich meine Gäste betreuen durfte, ob einen Tag oder mehrere Wochen, öffneten sich diese mir gegenüber sehr schnell und vertrauten mir auch die intimsten Inhalte an. Wie sollte ich damit umgehen? Ratschläge erteilen, nur zuhören oder ihre Worte einfach überhören?

Diese Erkenntnis ließ mich nicht los, und ich begann zu recherchieren, warum wir Menschen tun, was wir tun. Hier kam ich das erste Mal mit der Neurowissenschaft, also der Hirnforschung, in Kontakt. Sie faszinierte mich und hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Ich studierte, recherchierte und verschlang förmlich jedes Buch zu diesem Thema. Ich verglich die Unterschiede zwischen amerikanischen Veröffentlichungen wie Denke nach und werde reich oder The Secret und deutschen Veröffentlichungen wie Das Gesetz der Resonanz.

Mir wurde klar, dass diese hochkomplexen Informationen aus der Hirnforschung nur dann zur Verbesserung eines Lebens beitragen können, wenn sie in einer einfachen und verständlichen Sprache kommuniziert werden.

Dann fing ich an, die vorhandenen Coachingmethoden zu studieren. Ich wollte nicht etwas anbieten, was schon viele andere anboten. Jede Methode hatte für sich genommen ihre Berechtigung, aber dennoch genügten sie mir nicht für das, was ich vorhatte. Von Tag zu Tag wurde mir klarer, dass ich endlich meine Berufung gefunden hatte, die ich von nun an zu meinem Beruf machen wollte.

Ich begann meine eigene Coachingmethode zu entwickeln, nach der ich in Zukunft meine Klienten auf ihrem Weg durchs Leben begleiten wollte. Für mich war klar, dass ich meinen Klienten nie eine Methode, sondern praktische und nachhaltige Unterstützung auf Basis der stets aktuellen Hirnforschung verkaufen wollte. Dies erlaubt mir seit nun mehr als 21 Jahren Mentees von Hamburg aus in der ganzen Welt ein Stück ihres Weges begleiten zu dürfen.

Und dafür bin ich jeden Tag dankbar.

Ich nutze die Ruhe der Insel, der Isla de la Calma, wie sie auch genannt wird und bereitete mich optimal auf meine neue Herausforderung vor. Und plötzlich konnte ich sogar erkennen, dass der derzeitige Zustand ohne Freunde mir nicht nur die Zeit und Ruhe zur Vorbereitung gab, sondern dass in mir eine Vorfreude entstand, nach Deutschland zu- rückzukehren. Abgesehen von den vielen Annehmlichkeiten, die uns Deutschland bietet, gebe ich zu, dass ich natürlich Sonne, Strand und Meer sowie die südländische Lebensart vermisse. Neben meinen geschäftlichen Reisen als Keynote Speaker, Buchautor und Mentor reise ich, so oft es geht, einfach der Sonne entgegen oder hinterher.

Seit dem Jahr 2000 lebe ich nun wieder in Hamburg und begleite als Mentor nicht nur Führungskräfte und Mitarbeiter von Unternehmen, sondern auch Personen des öffentlichen Lebens wie Schauspieler, Moderatoren und Musiker. Nach mehr als 21 Jahren intensiver und erfolgreicher 4-Augen-Mentorings bereiten mir Seminare und Vorträge sehr viel Freude. Seit dem Jahr 2015 ist es meine Hauptaufgabe, Freude und Fachwissen vor großem Publikum amüsant zu präsentieren, sei es im Hörsaal einer Universität oder auf der Bühne. Ich würde mich freuen, Sie in einem meiner Auftritte amüsant zu unterhalten und Ihnen wertvolle Empfehlungen an die Hand zu geben, warum Sie leben, wie Sie leben und wie Sie das Maximale aus Ihrem Leben machen können.

Vielen Dank, wenn Sie bis hierher gelesen haben. Ich weiß dies sehr zu schätzen.

Ein Kapitel aus meinem Buch “Jammerlappen Express – Machen Sie Ihr Bestes sichtbar.”

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Ich muss es alleine schaffen

Ich muss es alleine schaffen

Wenn sich eine Erkenntnis bei der Betrachtung von erfolgreichen Menschen wie ein roter Faden durchzieht, dann die, dass sie ihren Weg bis zum heutigen Standpunkt nicht allein gegangen sind.

Die Frage: Wie haben sie es geschafft dort hinzukommen, wo ich gerne hin möchte?, hat mich seit Jahren recherchieren, studieren, informieren und persönlich nachfragen lassen.

Das tun, wofür das eigene Herz schlägt. Es in dem Moment tun, wenn die Intuition den Impuls dazu liefert. Das ist meine Lebensphilosophie und der Antrieb, dass diese Zeilen gerade entstehen. Persönlich, ungeschminkt und erfüllt von Dankbarkeit, aus mir heraus und durch Begegnungen von außen, geprägt von herzlicher und menschlicher Wertschätzung für das, was ich tue.

Wie ein Dämon begleitete mich viele Jahre die Überzeugung, alles alleine schaffen zu müssen. Genährt durch negative Erfahrungen, Enttäuschungen und fehlende Klarheit über die eigene Größe. Über die Kraft der Selbstverwirklichung, die in jedem von uns steckt. Die Ängste und Zweifel etwas nicht zu schaffen, weil es übermenschlich groß erscheint.

Etwas Neues entsteht 

Und dann war es „plötzlich“ da. Diese unerklärliche Gefühl der Klarheit. Des „ich mache das jetzt einfach“. Des unerschütterlichen Antriebs anzufangen. Sich nicht von Sorgen leiten zu lassen, was alles nicht funktionieren könnte, sondern energiegeladene Bilder vom Erfolg vor sich zu sehen, als wäre er bereits eingetreten. Die Vergangenheit ruhen zu lassen und das Ruder der Gegenwart zu übernehmen mit Ziel Richtung Zukunft.

Alles begann mit dem unerschütterlichen Ur-Vertrauen Menschen etwas geben zu können, was sie in ihre eigene Kraft bringt. In diesen Flow, wie ich ihn selbst erleben darf. Menschen groß zu machen und sie darin zu bestärken, nicht klein gehalten zu werden, wie sie es bisher durch ihr Umfeld erleben. Zu erkennen, wie wertvoll ihr Geschenk „Leben“ ist und wie kostbar die wenige Zeit, die uns im Leben dafür zur Verfügung steht.

Größer denken

Nicht immer nur einen Menschen zu erreichen, wie ich es seit nunmehr 21 Jahren als Mentor im 1:1 Mentoring tun darf. Sondern größer zu denken. Größer zu werden. Sichtbarer zu werden und so viele Menschen wie möglich zu erreichen, die bereit sind für ihre eigene Transformation. 

Den Hinweis darauf habe ich bereits im Jahre 2015 erhalten. Aber ich konnte ihn nicht greifen. Nicht verstehen. Nicht glauben und nicht annehmen, dass ich nur durch die Kraft der Sprache in Form von Worten in wenigen Tagen mehr als 20 Millionen Menschen weltweit erreicht habe. Durch einen Akt der Menschlichkeit, der genau uns Menschen rund um den Erdball berührt hat. Weil es etwas ist, nach dem wir uns alle sehen – Menschlichkeit. Denn es gibt eine Sprache, die jeder Mensch spricht und versteht, egal welche Nationalität, und die nennt sich Menschlichkeit.

Der Samen

Es war der Moment, in dem der Samen in mein Unterbewusstsein gepflanzt wurde, ein Seminar zu entwickeln, welches den Menschen ihren Selbstwert zurück gibt. Ihre Selbstliebe erblühen lässt und ihr gestärktes Selbstbewusstsein dafür sorgt, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen, wie auch immer es ihrer Persönlichkeit entsprechend aussehen mag.

Das war die Geburt des SELBST-WERT-GEFÜHL INTENSIVSEMINAR. Nicht mein Seminar, sondern getragen vom Herzschlag ganz wundervoller Kollegen wie Lorenzo Scibetta, Annabell Whitney, Manuel Gonzalez, Sascha Oliver Martin, Markus Lennackers und Karl-Heinz Einfeldt, sowie vielen Helfern im Hintergrund. Menschen, die ich sehr schätze und die sich alle für den Weg des HerzensMenschen entschieden habe.

Alles fügt sich

Was sich anfühlte, wie ein Puzzle aus 100.000 Teilen, setzt sich nun Stück für Stück zusammen. Immer schneller, immer tiefer und immer wundervoller finden die letzten Puzzleteile ihren Platz. Eine unbeschreibliche Schwungenergie entsteht durch neue Kontakte, durch neue Möglichkeiten, durch Türen die sich öffnen. Durch Menschen die mich unterstützen und sich ein Team und eine Community bildet. Ganz besonders durch die Erkenntnis: „Ich muss nicht alles alleine machen.“ Der Prozess des Loslassens und die unbeschreibliche Transformation, die daraus entsteht. Denn wenn wir einen Weg gemeinsam gehen, egal welcher es auch ist, dann wird ein unglaubliches Potenzial freigesetzt und diese Energie gebe ich gerne und dankbar weiter und zurück.  

Und nun ist es soweit. In drei Städten starten wir mit diese Mission den Selbstwert der Teilnehmer aufzubauen und zu stärken. In München, Köln und Frankfurt wird es ein Feuerwerk der Emotionen geben mit absoluten HerzensSpeakern. Und die Besonderheit des Events? Keine Beschallung von vorn, um sich dann im Anschluss doch wieder selbst überlassen zu sein, sondern mit jedem Referenten drei intensive Workshopstunden zu verbringen und direkt vor Ort in die Tiefe der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu gehen, um den maximalen Mehrwert für den Start in ein neues Leben mitzunehmen.

Die Kraft der Anziehung

So wie mich die Referenten für dieses aussergewöhnliche Event gefunden haben, so auch alle Unterstützer, Sponsoren, Medienpartner, Mutmacher bis hin zur Crew. Und ich weiß, nein ich fühle, dass bis zum endgültigen Startschuss noch weitere Sponsoren und Medienpartner kommen werden. Alle mit der gleichen HerzensVision: Menschen zu unterstützen in ihre eigene Kraft zu kommen, um ihre wahre Größe zu erkennen.  

Besonders dankbar bin ich für das Geschenk, meine Botschaft von Intuition und Menschlichkeit als Keynote Speaker transportieren zu dürfen. Für die Menschen, die mich anschreiben, weil ich sie irgendwo in unserer digitalen und auch analogen Welt im Herzen berührt habe und ich mit diesem Gefühl ihre Gäste auf ihren Veranstaltungen verzaubern darf. 

Un-gewöhnlich und ver-rückt

Warum bin ich so und warum tue ich, was ich tue? Warum schreibe ich diese sehr persönlichen Zeilen? Warum gebe ich so viel? Darauf gibt es für mich nur eine Antwort: Weil ich nur herzlich und menschlich kann. Weil ich meinen Weg gehe und mich über jeden freue, der diesen begleitet. Weil ich mich nicht mehr auf Menschen konzentriere, die ich nicht anspreche und dadurch nicht erreiche und auch nicht erreichen will.

Und ich gehe diese Straße in der Wüste entlang. Zuerst allein, jetzt mit mehr als zwei Dutzend HerzensMenschen und es werden jeden Tag mehr, die wie aus dem Nichts auftauchen und sich uns anschießen. Vielleicht begleiten auch Sie mich irgendwann ein Stück dieses Weges. Vielleicht erinnern Sie mich auf einem meiner Events an diese Zeilen. Vielleicht darf ich bei Ihnen irgendwann als Keynote Speaker eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Vielleicht darf ich Sie als Mentor ein Stück ihres Lebensweges begleiten. Was es auch ist, eines steht fest. 

Sie sind ein ganz wundervoller Mensch und danke, dass es Sie gibt.

HERZlichst,

Dirk-Oliver Lange 

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Ich kann nicht oder ich will nicht?

Ich kann nicht oder ich will nicht?

Unser Gehirn führt uns durch gelernte Muster und Verhaltensweisen oft auf den falschen Weg. Somit erkennen wir Chancen und Möglichkeiten nicht, sondern verstecken uns hinter Ausreden.

Eine Wahrheit die viele nicht hören wollen, weil sie im ersten Moment Schmerz auslöst. Viele verstecken ihr “nicht wollen” hinter der Aussage des “nicht könnens”. 

Somit haben sie für sich eine Aussage, durch die nicht nur unser Gehirn jegliche Aktivität der Lösungsfindung einstellt, sondern auch ein Anker, um die eigene Komfortzone nicht verlassen zu müssen. Es ist immer leichter eine Ausrede zu finden, als die Entscheidung des Beginns zu treffen.

Jeder Entwicklungsprozess der eigenen Persönlichkeit beruht auf der Entscheidung Zeit und auch finanziell in sich selbst zu investieren. Auch ein Unternehmen kann keine neuen Wege gehen, wenn dafür kein Budget zur Verfügung gestellt wird. Oft sind die Ressourcen vorhanden oder es gibt Wege, die eigene Entwicklung möglich zu machen, nur wir sehen sie nicht, weil unsere bisheriges Denkmuster dies unterbinden.

Wenn auch Sie spüren Ihr Potenzial im Leben besser nutzen zu wollen, bereits Bücher gelesen haben, vielleicht Seminare besucht haben oder der Meinung sind, schon auf dem Weg zu sein, aber das gewünschte Ergebnis einfach nicht antreten will, dann fragen Sie sich mal WARUM? Eine der häufigsten Aussagen ist: “Ich kann es mir nicht leisten.” Die richtige Fragestellung dazu ist nicht ob Sie sich etwas leisten können, sondern wie Sie es sich leisten können. Dann wird Ihr Gehirn aktiv und Chancen und Möglichkeiten werden sichtbar.

Ich möchte Ihnen gerne ein reales Beispiel für diese Gedankenfalle geben: Ein Mentee von mir äußerte, dass es schon seit Jahren sein Herzenswunsch ist, ein Jahr mit dem Rucksack durch die Welt zu reisen. Auf meine Frage hin, was er diesbezüglich schon unternommen hat, war die Antwort: Ich habe es mir immer wieder vorgestellt, weil es so ein gutes Gefühl in mir auslöst. “Also haben sie bisher nichts unternommen”, entgegnete ich. Und dann ging der Schwall an Ausreden los, zum Schutz der eigenen Komfortzone. “Ich muss doch arbeiten und wer bezahlt meine Wohnung. Ich kann doch nicht ein Jahr aussteigen und ich kann es mir finanziell auch gar nicht leisten.” Somit war die Ursache für seine Inaktivität klar. Die Wirkung ein ständiges Aufschieben seines Traums. Ich empfahl folgende neue Sichtweise: “Wer sagt denn, dass sie bei ihrem Arbeitgeber nicht ein Sabbatical beantragen können und somit weitere Bezüge erhalten, wenn auch reduziert, aber Gehalt? Wer sagt denn, dass sie für die Zeit ihrer Reise keinen Untermieter in ihrer Wohnung haben können, der somit die Miete abdeckt? Wer sagt denn, dass sie ihre Reise nicht als Travel & Work gestalten können, um auch auf ihrer Reise ein zusätzliches Income zu haben? Wer sagt denn, dass es nicht Lösungen für ihre Ausreden gibt, wenn ihr Wille stark genug ist?” Stille bei meinem Gegenüber und doch arbeitete es in ihm. Im ersten Moment schmerzvoll, weil ich ihn gerade aus seiner Komfortzone katapultiert hatte. Die erste menschliche Reaktion ist Abwehr und Ablehnung. Denn, um aktiv zu werden, muss er Energie aufwenden und das mag unser Gehirn zu Beginn einer Veränderung so gar nicht.

Ich ließ ihn sich mit dieser neuen Perspektive ein wenig anzufreunden und empfahl ihm eine Nacht darüber zu schlafen. Am nächsten Morgen um 8:00 Uhr klingelte mein Telefon. Es war mein Mentee von gestern. Ohne guten Morgen zu sagen waren seinen ersten Worte: “Was haben sie mit mir gemacht? Plötzlich sehe ich die Dinge ganz anders, klarer und einen Weg meinen Herzenswunsch tatsächlich umzusetzen.” Long story short: 3 Monate später ging er auf seine Reise und schickte mir von jedem Stepstone seiner Reise ein Foto. Es geht vieles im Leben, wenn wir es wirklich wollen und von unserem Gehirn nicht unser Leben bestimmen lassen, sondern eigenverantwortlich handeln.

Haben Sie auch einen Veränderungswunsch in Ihrem Leben? Beruflich oder privat. Dann prüfen Sie doch mal in meinem kostenfreien Klarheits-Strategiegespräch, ob sie wirklich nicht können oder doch eher nicht wollen!

Hier können Sie Ihren Wunschtermin für Ihr kostenfreies Klarheits-Strategiegespräch vereinbaren: https://dirk-oliver-lange.youcanbook.me

Das Gegenteil von Erfolg ist nicht Misserfolg, sondern nicht zu handeln.

HERZlichst,

Dirk-Oliver Lange 

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Heute geht es mir gut

Heute geht es mir gut

Heute geht es mir gut. So begann ein mich tief bewegendes und nachdenklich stimmendes Gespräch auf dem Weg zu neuem Wohlgefühl.

Die Abschlussgespräche mit meinen Mentees, nachdem ich sie mehrere Monate ihre Lebens begleiten durfte, sind immer sehr emotional und mit Dankbarkeit gefüllt. So auch dieses Gespräch vor Kurzem mit einem Mentee nach 12 Monaten anfänglicher Achterbahnfahrt und immer bewusster werdenden Klarheit über den eigenen Weg. Mit Einverständnis meines Mentees darf ich hier einige einiger Gedanken anonymisiert wiedergeben, die mich tief berührt haben, weil sie einen Teil unser Gesellschaft widerspiegeln.

“Mir ging es gut – dann war ich am Boden – und heute geht es mir wieder gut.” So begann unser Gespräch nach einem köstlichen Abendessen in einem Hamburger Luxushotel. “Die letzten 12 Monate haben mich Erfahrungen erleben lassen, die ich ohne meinen “Absturz” wahrscheinlich nie oder erst sehr spät erfahren hätte. Denn mein Leben lief gut, wenn wir es an materiellen Dingen bemessen wollen, die wir schnell mit Erfolg verwechseln. Mein kleines Unternehmen mit 16 Mitarbeitern stand wirtschaftlich gut da, privat verheiratet und gesellschaftlich gut aufgestellt. Eine gut getarnte Lebenslüge, wie ich jetzt weiß. Aber wer denkt schon in “guten Zeiten” daran sich persönlich weiterzubilden oder empfänglich für Menschen zu sein, die unglaublich wertvoll sind und doch in Not geraten sind. Ich war es nicht, denn der Erfolg hatte mich blind gemacht. Und dann kam es gefühlt wie ein Tsunami über mich und ich sollte durch meine Ignoranz am eigenen Leibe erleben, wie respektlos wir Menschen in bestimmten Lebensphasen miteinander umgehen.”

Kurzfassung der Geschehnisse: Zuerst verlor das Unternehmen einen Großkunden und innerhalb kürzester Zeit weitere wichtige Kunden. Erste Kündigungen der Mitarbeiter folgten, bis nur noch der Inhaber übrig war. Eine drohende wirtschaftliche Insolvenz konnte zwar abgewendet werden, dafür lies sich aber die seelische und mentale Insolvenz nicht vermeiden. Nachdem auch die Partnerschaft in die Brüche ging, war es Zeit für einen Neuanfang.

“Die größte Lehre habe ich aus der Zeit gewonnen, als ich ganz unten war. Mich zu nichts mehr motivieren konnte, keinen Sinn mehr in meinem aktuellen Leben sah, kein Ziel mehr hatte und ich mir fälschlicherweise immer wieder die Frage stellte: Was habe ich getan, dass mir das passiert? Ein Frage die mich viel Energie gekostet hat und ich in der Zeit doch nie eine Antwort gefunden habe. Heute ist mir klar, dass ich selbst dafür verantwortlich war.”

“Und ich bin dankbar für die Erfahrungen, wie mit mir umgegangen wurde, als ich nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach. Wie Unternehmen und auch Menschen, sei es in der Funktion eines Unternehmens und auch privat auf einen einprügeln, wenn man schon am Boden liegt und die weiße Fahne schwenkt. Wie nachgetreten wird, wenn man nicht mal mehr die Kraft hat sich zu krümmen, um sich vor den Fußtritten zu schützen oder sie abzuwehren. Ganz besonders diese verdammte Einsamkeit, wenn man merkt, dass von den vermeintlichen Bekannten, Freunden und Geschäftspartnern keine mehr da waren. Das Ehrlichkeit, die viel Mut kostet, dazu missbraucht wird, den Druck zu erhöhen und das letzte aus einem zu pressen, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Die schwerste Aufgabe war in so einer Situation wirklich Hilfe zu finden. Verstanden zu werden und aufzuarbeiten, was geschehen ist und vor allem Lösungen zu finden und nicht immer und immer wieder bewertet und verurteilt zu werden.”

“Und es gibt sie doch. Die Hilfe. Denn sie sitzt mir heute Abend gegenüber. Sie lieber Herr Lange haben mir Lösungen angeboten, auch in Bezug auf Ihr Honorar, dass ich zu der Zeit wirklich nicht vollständig zur Verfügung hatte. Und Ich habe mehr erhalten, wie ich damals erwartet habe. Zeit, Zuspruch, Halt und Lösungen. Ganz besonders Dankbarkeit für ein wirklich neues Leben. Ein ganz neues Verständnis, worauf es im Leben wirklich ankommt und auf mein Umfeld zu achten. Jetzt darf ich Menschen etwas zurückgeben von der Hilfe, die ich von ihnen erhalten habe.”

Ein für mich wirklich schöner und ergreifender Moment und der wahre Lohn meiner Arbeit als Mentor. Aber auch ein nachdenklicher Moment, warum in unserem Leben das Kind meistens erst in den Brunnen fallen muss, um aufzuwachen. Ganz besonders aber der zwischenmenschliche Umgang, denn jeder kann im Leben “hinfallen”.

Ich danke Ihnen lieber Leser, liebe Leserin für diesen Moment Ihrer Lebenszeit und das Sie meine Gedanken bis hierher gelesen haben. Es gibt eine Sprache, die auf der ganzen Welt gesprochen und verstanden wird und die nennt sich Menschlichkeit. Lassen Sie uns diese Sprache wieder öfter sprechen. Lassen Sie uns diese Sprache wieder lauter sprechen. Denn sie ist der Schlüssel für ein Wir in einer Gemeinschaft, in der wir alle Leben.

HERZlichst,

Dirk-Oliver Lange

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Sie arbeiten am Wochenende?

Sie arbeiten am Wochenende?

Dieses Beispiel zeigt, wie stark wir in unseren gelernten Mustern leben, ohne diese zu hinterfragen. Oder gehen Sie an die Haustür, wenn es nicht geklingelt hat?

Es war ein erfolgreiches Klarheits-Strategiegespräch, welches ich mit einem Interessenten geführt habe. Es gab viele „so habe ich das noch nie gesehen“ und „jetzt wird mir so einiges klar.“ Der Wunsch mehr über sich zu erfahren und sein eigenes Lebens entsprechend seiner Persönlichkeit auszurichten war geweckt. „Jetzt oder nie. Wann fangen wir an?“ sagte er.

Ich gratulierte ihm zu seiner Entscheidung und bedankte mich, ihn als Mentor ein Stück seines Weges begleiten zu dürfen. Nun kam ein interessanter Moment. Die Vereinbarung des ersten Termins. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Menschen mit hohem Commitment machen einen Termin möglich. Und zwar schnellstmöglich. Dagegen Menschen mit niedrigem Commitment finden eine Fülle an Ausreden und zählen auf, warum sie erstmal keine Zeit haben. Was sie noch alles zu erledigen haben und warum es einfach nicht ginge.

Immer ein dankbarer Moment für mich. Denn an dieser Stelle bedanke ich mich für das interessante Gespräch, um es dann zu beenden. Niemand kann und muss zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit überzeugt werden. Wenn dieser Wunsch nicht aus innigster Überzeugung aus uns selbst heraus kommt, dann ist für diesen Menschen die Zeit noch nicht reif oder leider auch der persönliche Schmerzpunkt noch nicht erreicht. Somit schütze ich meine wertvolle Lebenszeit und auch die meiner Mentees.

Doch hier war es anders. Die Entscheidung war eindeutig und ich empfahl den ersten Termin am nächsten Wochenende zu machen, da für viele das Wochenende die prognostizierte Entspannung bedeutet und ein wenig Abstand von den sonstigen Verpflichtungen besteht.

„Sie arbeiten am Wochenende?“ hörte ich mit einem leicht verwunderten Unterton auf der anderen Seite. Ich fragte: „Was sind die Tage Sonnabend und Sonntag für sie?“ „Na Wochenende“, kam als Antwort. „Können sie sich auch eine andere Ansicht vorstellen?“, erwiderte ich. Stille auf der anderen Seite, bevor ein leises „interessant“ kam. Nicht zu vergessen, die vielen wertvollen Menschen im Einzelhandel, Feuerwehr, Krankenhaus, Rettungsdienst und und und, die am Wochenende tätig sind.

Dieses Beispiel zeigt, wie sehr wir in unseren gelernten Mustern leben, ohne diese zu hinterfragen, wenn es keinen Grund dafür gibt.

Als ich vor über 20 Jahren meine Tätigkeit als Mentor aufnahm, war eine der ersten Entscheidungen: Die Woche hat sieben Tage und an diesen möchte ich meinen Mentees zur Seite stehen. Haben Sie jetzt gerade gedacht: Und wann erholt er sich mal? Habe ich gesagt, dass ich jedes Wochenende aktiv bin oder haben Sie die Entscheidung gerade für mich getroffen? Wieder ist ein ganz typisches Muster der schnellen Bewertung ist hier sichtbar geworden. Als Unternehmer entscheide ich in meinem Bereich über meine „Arbeitszeit“. Es gibt Wochenenden, da darf ich mit 4-5 Mentees arbeiten oder an eigenen Fortbildungen teilnehmen. Dafür entscheide ich dann auch über den passenden Ausgleich an den anderen Tagen.

Denken Sie mal drüber nach und vielleicht hören wir uns an einem Sonntag beim kostenfreies Klarheits-Stategiegespräch. Ich würde mich freuen. http://bit.ly/2HPOtAR

Ich wünsche Ihnen noch einen erholsamen und erfolgreichen PfingstMONTAG.

HERZlichst,

Dirk-Oliver Lange

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